Bei einer Hornhautverkrümmung bündelt das Auge Licht in verschiedenen Richtungen an unterschiedlichen Stellen. Dadurch verschwimmt die Sicht. Torische Kontaktlinsen gleichen die Unterschiede aus und korrigieren zugleich Kurz- oder Weitsichtigkeit.
Damit die Korrektur funktioniert, muss die Linse passen und sich in der vorgesehenen Lage stabilisieren. Bei der Anpassung sucht die Kontaktlinsenfachperson eine passende Linse aus, kontrolliert ihren Sitz und prüft, ob Sie damit scharf sehen.
So korrigieren torische Kontaktlinsen
Bei einer Hornhautverkrümmung, auch Astigmatismus genannt, ist die Krümmung des Auges in verschiedenen Richtungen unterschiedlich, sodass das Auge das Licht nicht an einem einzigen Punkt bündelt. Das kann zu unscharfem Sehen führen und zusammen mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auftreten. Eine Korrektur ist nicht in jedem Fall nötig; ob sie sinnvoll ist, hängt von den individuellen Sehbedürfnissen ab.
Torische Kontaktlinsen haben unterschiedliche Brechkräfte in verschiedenen Richtungen. Die Achse gibt an, in welche Richtung die Linse ausgerichtet sein muss. Sitzt die Linse nicht stabil oder dreht sie sich zu stark, liegt die Korrektur nicht mehr an der vorgesehenen Stelle. Weiche torische Linsen bleiben je nach Bauart durch besondere Stabilisierungsbereiche oder eine bestimmte Dickenverteilung in der richtigen Lage.
Torische Kontaktlinsen anpassen
Für die Korrektur sind drei Werte besonders wichtig: Die Sphäre beschreibt die Korrektur einer Kurz- oder Weitsichtigkeit, der Zylinder die Stärke der Hornhautverkrümmung und die Achse ihre Richtung. Diese Angaben allein reichen für die Auswahl jedoch nicht aus. Die Kontaktlinsenfachperson prüft auch, wie die Linse auf dem Auge sitzt und ob Sie damit klar sehen.
Die Kontaktlinsenfachperson setzt passende Probelinsen ein und prüft, wie gut Sie damit sehen. Besprechen Sie dabei auch, wie lange Sie die Linsen tragen möchten, welche Pflege für die gewählte Linse nötig ist und wann eine Nachkontrolle ansteht. Übertragen Sie die Werte aus Ihrem Brillenpass nicht selbst auf eine Kontaktlinsenbestellung: Brillen- und Kontaktlinsenwerte sind nicht automatisch austauschbar.
Bei besonderen Anforderungen, etwa bei Speziallinsen, kann eine genauere Untersuchung der Hornhautoberfläche nötig sein. Welche Messungen nötig sind, hängt vom Befund und von der gewählten Linse ab.
Weiche oder formstabile Linsen
Weiche torische Kontaktlinsen passen sich der Augenoberfläche an und sind für viele Menschen eine gut verträgliche Möglichkeit. Formstabile Linsen sind kleiner und behalten ihre Form. Sie kommen auch dann infrage, wenn eine besonders genaue Korrektur benötigt wird. Manche Menschen empfinden sie anfangs als weniger bequem und brauchen eine Eingewöhnungszeit.
Keine Variante passt allen gleichermaßen. Bei der Auswahl zählen die Sehkorrektur, der Sitz am Auge, die Verträglichkeit und der Pflegeaufwand. Lassen Sie sich die Unterschiede anhand Ihrer Messwerte erklären und testen Sie die Linse, bevor Sie sich für eine Versorgung entscheiden.
Vorteile im Alltag
Kontaktlinsen können beim Sport oder bei Bewegung angenehm sein, weil kein Brillenrahmen verrutscht oder das Sichtfeld begrenzt. Sie eignen sich außerdem für Situationen, in denen Sie lieber keine Brille tragen. Das sind mögliche praktische Vorteile, aber kein allgemeiner Beleg dafür, dass Kontaktlinsen bequemer oder besser korrigierend sind als eine gut angepasste Brille.
Torische Linsen können verschiedene Sehkorrekturen in einer Linse verbinden. Bei Alterssichtigkeit gibt es auch multifokale torische Varianten, die zusätzlich das Sehen in unterschiedlichen Entfernungen berücksichtigen. Welche Ausführungen verfügbar und für Sie geeignet sind, klären Sie bei der Anpassung; die Kosten hängen von der Linse und davon ab, wie Sie mit Kontaktlinsen versorgt werden.
Pflege und Beschwerden
Kontaktlinsen brauchen sorgfältige Hygiene. Waschen Sie Ihre Hände vor dem Einsetzen und Herausnehmen und trocknen Sie sie gründlich ab. Halten Sie die Linsen von Wasser fern, beachten Sie den vorgesehenen Austausch- und Trageplan und schlafen Sie nur dann mit Linsen, wenn Ihnen das ausdrücklich empfohlen wurde. Eine Ersatzbrille mit aktueller Sehstärke ist sinnvoll, falls Sie die Linsen herausnehmen müssen.
Bei Schmerzen, Rötung oder verschwommenem Sehen nehmen Sie die Linsen heraus und wenden Sie sich an eine Augenarztpraxis oder Ihre Kontaktlinsenfachperson. Setzen Sie die Linsen erst wieder ein, wenn geklärt ist, was die Beschwerden verursacht.