Kontaktlinsenarten im Vergleich

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Ein Kontaktlinsen-Vergleich gibt Aufschluss darüber, welche Art von Linsen für welchen Einsatzzweck sinnvoll und geeignet ist. Kontaktlinsen unterscheiden sich grundsätzlich in dem Material, aus dem sie hergestellt werden. Je nach verwendetem Fertigungsstoff können dadurch auch die mögliche Tragedauer und damit der Einsatzzweck der Linsen variieren. Auch die Art und Weise wie die Linsen gepflegt werden müssen hängt von dem Herstellungsmaterial ab, ebenso wie die Lebensdauer der Haftschalen davon beeinflusst wird. Je nach Linsentyp kommen verschiedene makromolekulare organische Werkstoffe, sogenannte polymere Kunststoffe, zum Einsatz. Beim Vergleich von Kontaktlinsen zeigt sich, dass zwischen zwei unterschiedlichen Linsenarten unterschieden werden muss: Es gibt weiche und harte (auch formstabile oder hartflexibel genannte) Kontaktlinsen.

Weiche Kontaktlinsen

Weit verbreitet sind die weichen Kontaktlinsen. Ihr großer Vorteil ist es, dass sie flexibel sind und sich dadurch perfekt der Form der Hornhaut anpassen. Bei dieser Linsenart beträgt der Durchmesser zwischen 12 und 16 mm und ist damit relativ groß. Weiche Kontaktlinsen reichen auch bei geöffnetem Auge bis unter den Lidrand, was bei manchen Trägern beim Einsetzen der Linse Probleme verursachen kann. Trotzdem ist die Verträglichkeit bei weichen Kontaktlinsen im Regelfall hervorragend. Die Tragedauer dieser Linsen ist ganz unterschiedlich, je nach Typ reicht sie von der 24-Stunden-Linse über Zweiwochen- und Monatslinsen bis hin zur Jahreslinse. Neben der Korrektur von echter Fehlsichtigkeit wird diese Variante gerne auch aus kosmetischen Gründen benützt. So kann man farbige Tageslinsen ohne Dioptrien billig kaufen und damit ganz einfach die Augenfarbe ändern, genauso wie bei Alterskurzsichtigkeit spezielle Korrekturlinsen eine ausgewogene Sehqualität im Nah-, Zwischen- und Fernbereich bieten können.

Hoher Komfort bei weichen Linsen

Sehr wichtig für einen angenehmen Tragekomfort einer Kontaktlinse ist die Höhe der Sauerstoffdurchlässigkeit bzw. des Sauerstofftransportes zum Auge sowie die Benetzbarkeit der Oberfläche der Kontaktlinse. Daher werden hydrogele Kontaktlinsen aus Blockpolymeren, die sich aus hydrophilen und hydrophoben Materialien zusammensetzten, hergestellt. Dadurch enthalten sie Wasser in einem Massenverhältnis von etwa 1:1. Der Sauerstofftransport erfolgt hier mittels Diffusion durch das in der Linse enthaltene Wasser. Diese Bauweise ist oft bei Tageslinsen, die nur einmal getragen werden sollten, zu finden.

Seit rund zehn Jahren sind Silikonhydrogellinsen am Markt. Diese eignen sich sehr gut für ein mehrtägiges ununterbrochenes Tragen, da sie eine besonders hohe Sauerstoffdurchlässigkeit bieten und damit ein Anschwellen der Hornhaut vor allem in der Nacht unterbinden. Dadurch ist sogar eine Tragedauer von bis zu mehreren Monaten möglich. Als Linsenmaterial wird eine Mischung aus einem hydrophilen sauerstoffundurchlässigen Polymer, einem hydrophoben hochsauerstoffdurchlässigen Silikonpolymer und Wasser verwendet, das die erforderten hohen Sauerstoffdurchlässigkeitswerte bieten kann. Als Nachteil dieser Linsenbauweise ist die etwas höhere Steifigkeit der Silikonhydrogel-Kontaktlinsen im Vergleich zu Hydrogellinsen zu erwähnen. Bei sensiblen Linsenträgern kann das zu Irritationen und mechanischen Reizungen im Auge führen, vor allem Staubpartikel, Haare und andere Verschmutzungen, die ins Auge und unter die Linse gelangen, werden als störend und schmerzhaft empfunden. Ein großer Vorteil ist auch, dass diese Linsen günstig online zu kaufen sind.

Harte Linsen korrigieren komplizierte Fehlsichtigkeit

Weniger stark verbreitet sind die formstabilen Kontaktlinsen, die seit Mitte der 1970er Jahre erhältlich sind. Diese auch unter der Bezeichnung RGP Linsen (Rigid Gas Permeable Lense) bekannten Sehbehelfe werden zumeist bei starker Fehlsichtigkeit und krankhafter Veränderung der Hornhaut von Augenfachärzten und auf Kontaktlinsen spezialisierten Optikern angepasst. Der Durchmesser dieser Linsenart ist mit rund 8 bis 10 Millimetern wesentlich geringer als bei den weichen Linsen. Dank der Formbeständigkeit dieser harten Haftschalen ist es sogar möglich, Veränderungen der Hornhaut zu stoppen oder zumindest die Zunahme der Fehlsichtigkeit zu verlangsamen. Für viele stark Fehlsichtige sind diese Linsen oft die einzige Möglichkeit, wieder eine halbwegs normale Sehkraft zu erlangen. Dank der Weiterentwicklung der Kunststoffe können heute auch formstabile Kontaktlinsen eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit erreichen. Mit modernsten Methoden können diese Linsen individuell auf das jeweilige Auge bzw. die jeweilige Hornhautverkrümmung angepasst und extra speziell gefertigt werden. Wenn diese Anpassung gewissenhaft und professionell durchgeführt wird sind beste Sehergebnisse und eine perfekte Korrektur auch bei höchsten Dioptrien-Werten möglich.

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About Author

Susanne Bach ist Expertin für Kontaktlinsen und hat selbst über 20 Monatslinsen und unzählige Tageslinsen getestet. Auf linsenvorteil.com gibt sie Tipps rund um den Vergleich und Online-Kauf von Kontaktlinsen.

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